Apr 302012
 

Am Samstag ging es mit einer Truppe aus Professoren und einigen Doktoranden in die Berge. d7k_4017 Wir fuhren mit Autos nach Gyeongju, um dort im Süden den Namsan (San = Berg) zu besteigen. Das Gebiet war einst Hauptstadt der Silla, ein früheres koreanisches Reich und hat heute den Status des UNESCO Weltkulturerbe.

Dieser Berg soll einer der schönsten in Korea sein, da durch die vielen historischen Bauten eine Art Freiluftmuseum entstand. Wir wanderten knallharte 7 Stunden durchweg in einem Tempo, dass ich teilweise gar nicht hinterherkam. Die Professoren sind alle über 50 aber in einer erschreckend guten, körperlichen Verfassung. Wir machten eine richtige Pause zum Essen, ansonsten nur kurze Trink- und Hörpausen. Letzteres deshalb, weil die ganze Zeit ein Bergführer dabei war, der in sauberem koreanisch sämtliche Historik erklärte. Es standen aber auch überall Hinweisschilder auf englisch.

Die Wege waren meistens sehr steil und alles andere als eben, was die Wanderung besonders interessant machte. Kein Weg glich dem anderen, das war pure Abwechslung! Zwischen Bambusgras, rosafarben blühenden Büschen und Bäume, die ich vorher noch nie gesehen habe. Ein Weg führte auch über einen kleinen Bachlauf, den man über die großen Steine überquerte. Das Wetter war perfekt, auch wenn es etwas diesig war. Aber 30°C, Sonnenschein und (mal endlich) kein Sturm.

Überall konnte man Buddha-Statuen, Buddha in Stein gemeißelt oder Buddha-Figuren sehen. Vor jedem steinerndem Buddha standen Kerzen und viele Koreaner verbeugten sich davor. Die Lage der Figuren war teils abenteuerlich. So musste man so manchen Abhang bezwingen, der steil in den Abgrund führte und durch nichts gesichert war. Fern ab der Zivilisation kann man sich sicherlich tiefgründig mit dem Glauben beschäftigen, ich fand’s einfach nur landschaftlich reizvoll.

Ebenfalls schön anzusehen waren die vielen kleinen Pagoden aus Stein, die wahrscheinlich Wanderer gebaut haben. Der Berg ist übrigens keine 500 Meter hoch, also recht flach. Aber der direkte Weg durch die Felsen (anstatt außen drumherum) ließ ihn größer vorkommen 😉 . Unterwegs trafen wir auch noch allerhand andere Gruppen. Ich hatte das Gefühl, die meisten wollten die Berge nach Zeit erklimmen, denn viele Wanderer hatten ein eckelhaft schnelles Tempo drauf. Übrigens, bekleidet immer mit Marken-Sportsachen, meistens Hüte, lange Trainingsjacken in neonfarben, lange Sporthosen, Rucksäcke, bei den älteren Leuten auch Wanderstöcke und sogar Handschuhe (bei 30°C). Einige trugen auch Handtücher überm Kopf, oder gar Tücher um den Hals, damit sie keinen Sonnenbrand (wie ich 😉 ) bekommen.

Die Gruppe bestand aus ca. 12 Leuten, die in 2 normalen PKWs angereist kamen. Ungefähr nach 1/3 der Tour seilten sich einige Leute ab und fuhren mit dem Auto zur anderen Seite des Berges, während eine Gruppe aus 7 Leuten (inklusive mir), bestehend aus Professoren der Rechtswissenschaft, den Rest zu Fuß bewältigten. Unterwegs kam der ein oder andere abhanden, aber wir fanden wieder allesamt beisammen am Fuße des Berges. Das dritte Bild zeigt einige Doktoranden der Rechtswissenschaft.

So ganz verlassen hat mich die Entomologie nicht, deshalb gibt’s an dieser Stelle noch ein mir unbekanntes Insekt. Die flogen mir öfters ins Gesicht, es gab also einige von denen. Sieht von vorn aus wie eine Grille, hat Fühler wie ein Bockkäfer und ist generell sehr fotogen. Markant sind auch die zwei Büschel auf dem Rücken.

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Der Prof. hatte mich zu dieser Wanderung eingeladen, ich musste mich also um nichts kümmern, nichts zahlen.

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  4 Antworten zu “Namsan in Gyeongju”

  1. Das ist ja wieder ein super Bericht. Die Landschaft ist ja wirklich toll, aber die Wanderung sieht ja teilweise spektakulär aus. Also solche Klettereien bei der Hitze, oh, oh….
    Der Käfer sieht aus, wie aus einer anderen Welt.
    Bei der Art und Weise, wie du schreibst und den tollen Fotos, könntest du auch für ein Reisebüro die Werbung übernehmen.
    Vielleicht solltest du dir auch einen Sonnenhut zulegen.

    Bis dann, deine Eltern !

  2. Na Tony…bist wieder erholt von Deiner Wanderung?
    Also bei 30 Grad dann 7 Stunden Bergwandern…na das wäre für Deine „alte“Tante nüscht….
    Na und für den armen Olli….erst recht nüscht…..wenigstens toll, das Du hinterher gekommen bist, na in Deinem Alter geht das grad noch!!!! :-))
    Aber sehr schöne Aufnahmen und auch mal DU!
    Bleib schön fit…
    Liebe Grüße
    Karina und Olli

    • Jetzt tu mal nicht so alt! Die Profs waren alle über 50, und da sah man auch deutlich ältere Menschen. Man muss nur wollen 😉 .
      Fotos von mir sind ja immer so eine Sache, meistens befinden die sich auf Kameras, die nicht mir gehören 😉 . Aber für dieses Foto habe ich mal meine Kamera abgegeben.